Landhausstil - Von der Natur geprägt

Bei dem Begriff Landhaus kommen mir zuerst die alten Römer in den Sinn – zumindest die wohlhabenden – die am Wochenende fluchtartig mit Sack und Pack die Stadt verlassen haben, um auf ihren Villa Rusticas das süße Landleben zu genießen.

Oder ein bonanza-mäßiger Cowboy, der mit Zigarre im Mundwickel, die Stiefel locker über das Geländer der Veranda seines riesigen Anwesens gelegt, in die Ferne auf die Berge schaut und sich dann einen kräftigen Schluck Whiskey genehmigt.

Was haben der Römer und Mister Bonanza also gemeinsam?

Ihre Vorliebe für robuste, massive Möbel. Möbel, die wie das Land sind, das sie umgibt. Beständig, rau, mit viel Charme und aus massiven Materialien gefertigt.

Im Grunde genommen ist auch der Landhausstil nur ein weiterer Sammelbegriff, unter dem man eine Vielzahl von Einrichtungsstilen zusammenfassen könnte. Sowohl die gemütliche Einkehrstube in Bayern wie auch die nordamerikanische Ranch im mittleren Westen könnte als Landhaus bezeichnet werden. Und vom Stil her sind beide vermutlich anders. Es sei denn, die Ranch gehört einem emigrierten Bayern.

Robuste Möbel für das harte Leben auf dem Land

Was aber alle gemeinsam haben, das ist die Vorliebe für schwere Möbel aus dicken Hölzern. Die Möbel sind geprägt von den landesspezifischen Holzsorten, den kulturellen Eigenarten und den handwerklichen Fertigkeiten.

Der Landhausstil ist im Prinzip auch eine Vereinfachung. Das Leben auf dem Land war hart, die Tage lang und die Nächte kurz. Da wollte man sich nicht ständig mit dem Neukauf von Möbel rumärgern müssen - sofern man überhaupt das Geld hatte.

Daher waren die Qualitätsansprüche hoch. Massive Harthölzer sorgten für Langlebigkeit, um den Anforderungen des Alltags gerecht zu werden. Auf groben Schnick-Schnack wurde verzichtet, das Nötigste reichte vollkommen aus. Ein Tisch war zum Essen da, ein Bett zum Schlafen und ein Stuhl zum Sitzen.

Vielleicht erfreut sich der Landhausstil aus diesem Grund auch der enormen Beliebtheit, die er momentan erfährt. Er ist ein Garant für Ruhe im sonst stressigen Alltag im Leben des Menschen im 21. Jahrhundert. Selbst die kleinste Wohnung in der größten Stadt wirkt mit urigen Massivholzmöbeln doch gleich viel gemütlicher und heimeliger.

Von der Natur inspiriert

Ob bewusst oder aus der Historie erwachsen, der Stil verzichtet auf knallige Farben und schrille Accessoires. Feine Details werden eher unauffällig in die Möbel eingearbeitet, vielleicht in Form einer aufwendigen Verzierung an den Tischbeinen oder eines routenförmigen Griffs an der Kommode, der einen besonderen Akzent setzt. Klar, der Landhausstil kann auch protzig sein – wenn man darauf steht.

Aber meistens ist er auf das Wesentliche beschränkt. Ebenso wie das Landleben selbst. Der mediterrane Landhausstil ist da schon etwas gewagter, wenn man so will. Die Möbel werden häufig in einer Kombination aus Weiß und einer warmen, dem Holz schmeichelnden Farbe gestrichen.

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Ergänzt werden sie durch Details, die die Umgebung in sich aufnehmen. Zum Beispiel Lamellen-Türen, die den Lamellen an den Fenstern ähneln, die man zur Siesta zu zieht.

Wie gelingt der Stil?

Der Landhausstil ist längst im 21. Jahrhundert angekommen. Man kann auch mal bunt mit Holz kombinieren oder ausgefallene Karomuster verwenden, um gezielt Akzente zu setzen. Aber Vorsicht: Weniger ist hier mehr.

Nutzen Sie Deko lieber, um gewisse Vorzüge hervorzuheben, nicht um sie zu überdecken. Setzen Sie auf natürliche Materialien wie Leder, Leinen, Stein und eben Holz. Halten Sie die Farben eher gedeckt und setzen Sie auch hier auf natürliche, in der Natur vorkommende Töne.

Mit Karo- und Blumenmustern bringen Sie Vielfalt in die eigenen vier Wände. Tischdecken, Bettlaken oder Couchbezüge mit solchen Verzierungen passen sich dem Stil perfekt an.

 

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Suchen Sie nach Inspiration in alten Gaststätten oder urigen Schwarzwaldhäusern oder gehen Sie auf einen Spaziergang in den Wald. Dort werden Ihnen die Farben entgegenstrahlen, welche für den Landhausstil geeignet sind.

Erdtöne, verschiedene Hölzer, dunkles Grün – Achten Sie auf die Bäume, die dort wachsen und kaufen Sie Möbel aus genau den Holzarten, die in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft vorkommen.

Wählen Sie Accessoires, die auf antik gemacht sind, aus Kupfer oder Aluminium. Wer sich kein echtes Hirschgeweih oder einen Bullenschädel an die Wand hängen möchte, für den gibt es mittlerweile modische Alternativen.

Welche Wandfarbe Sie dabei verwenden, bleibt Ihnen überlassen. Sie sollten jedoch besser auf pastellige Töne setzen, die sich nicht mit den Möbeln beißen. Mit dem Klassiker Weiß gehen Sie auf Nummer sicher und machen nichts falsch.

Klar, wer ein Holzhaus hat, der braucht sich um die Farbe der Wand nicht zu kümmern. Wer auf mehr Farbe steht, der kann zu leichten, pastelligen Grün-, Gelb- oder Beigetönen greifen.

Mittlerweile gibt es Landhausmöbel in den verschiedensten Formen und Ausführungen. Zeitgenössische Designs und Strukturen bringen Spannung in den Wohnstil, Accessoires aus exotischen Hölzern sorgen für Abwechslung und große Hussen-Sofas transportieren das Gefühl von Gemütlichkeit und werden so zum Mittelpunkt ihres Zuhauses.

 

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Verschönern Sie die Räume zusätzlich mit Zimmerpflanzen, um der Natur ein Stückchen näher zu sein. Welche Pflanzen Sie dabei verwenden, bleibt Ihnen überlassen. Doch auch hier kann ein Spaziergang wieder Wunder wirken. Welche Blumen blühen im Moment? Hängen Äpfel von den Bäumen? Nehmen Sie, was da ist, um die Zimmer zu dekorieren.

Verstricken Sie sich nicht in zu viele Details oder Kleinigkeiten. Gehen Sie es ganz locker an: Was brauche ich und wieso? Nehmen Sie sich ein Beispiel an der Pragmatik des Landlebens. Das wird nicht nur das Auge freuen, sondern auch den Geldbeutel. Denn, wer sich auf das Wesentliche konzentriert, der spart Geld.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen ein wenig Inspiration für die Wohnungseinrichtung liefern!

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